In dieser Episode diskutieren Isabelle und John transformative Momente in ihrem Leben, die sie geprägt haben. John teilt seine Erfahrungen mit dem Triathlon und wie Sport sein Leben positiv beeinflusst hat. Isabelle reflektiert über ihre Entscheidung, mehr Vertrauen in den Fluss des Lebens zu setzen und die Bedeutung von Intuition und Resilienz. Beide sprechen über die Herausforderungen und Chancen, die mit Veränderungen und dem Streben nach Selbstverwirklichung verbunden sind.

1) Johns erster Wendepunkt: „Ich laufe einen Marathon“

Bei John beginnt alles mit einem scheinbar leichten Impuls – und einer ziemlich popkulturellen Quelle: einer Folge von How I Met Your Mother, in der Barney ohne Training den New York City Marathon läuft und danach kaum noch aufstehen kann. Parallel dazu stößt John auf Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede von Haruki Murakami.

Diese Mischung aus Humor, Inspiration und „Warum eigentlich nicht?“ wird zur Initialzündung. Aus einer Idee wird ein Projekt. Und aus einem Projekt wird eine Lebenshaltung: Ausdauer, Training, Zielsetzung – und das Dranbleiben.

Was sich dadurch verändert hat (bei John):

  • Mehr Energie für Arbeit und Entscheidungen: Sport ist für ihn kein Energieabfluss, sondern ein Energie-Booster – gerade an Tagen mit viel Fokusbedarf.
  • Mehr Selbstvertrauen durch Ziele: Trainingsziele setzen, verfolgen, erreichen – das zahlt direkt auf Zuversicht und Selbstbestimmung ein.
  • Bessere Emotionsregulation: Bewegung als Ventil. Natur und Training relativieren „Probleme“ und verschieben die Perspektive.

Und dann kommt ein Gedanke, der sich durch die ganze Folge zieht:
Momente und Gewohnheiten gehören zusammen. Ein Moment startet etwas – Gewohnheiten verstetigen es. Aus dem „einmaligen“ Impuls wird Identität.


2) Warum Natur beruhigt: Perspektive ist nicht nur ein Mindset

Isabelle ergänzt Johns Punkt mit einer Beobachtung, die angenehm konkret ist: Draußen verändert sich buchstäblich unser Blick. Wenn wir in die Weite schauen, den Horizont wahrnehmen, links und rechts mehr aufnehmen, sendet das dem Nervensystem ein Entspannungssignal. Nicht nur „psychologisch“, sondern auch körperlich spürbar.

Die praktische Übung daraus ist simpel:
Beim Spazierengehen bewusst den Blick schweifen lassen – Dächer anschauen, links-rechts scannen, nicht nur „nach vorne funktionieren“. Perspektive wird damit zu etwas, das man aktiv herstellen kann.


3) Isabelles Schlüsselmomente: „Du bist nicht deine Gedanken“ und „Ich vertraue mehr“

Isabelle beschreibt zwei große Ebenen von Veränderung:

A) Der Satz, der alles verschoben hat

Auf Thailand liest sie am Strand den Satz: „Du bist nicht deine Gedanken.“
Erst versteht sie ihn nicht wirklich – aber er lässt sie nicht mehr los. Dieser Moment wird zur Tür in eine tiefere Beschäftigung mit Bewusstsein, inneren Mustern und mentaler Freiheit. Dazu gibt es im Podcast sogar bereits eine eigene Folge, auf die sie verweist.

B) 2020: Viele Ereignisse – ein Entschluss

Statt eines einzelnen „Magie-Moments“ beschreibt Isabelle 2020 als Kette an Ereignissen – persönlich und global. Und sie bricht es auf eine Entscheidung herunter:

„Ich beschließe, mehr zu vertrauen.“
Vertrauen darauf, dass sich Dinge fügen dürfen. Dass der Weg nicht komplett „erzwungen“ werden muss. Dass Zeichen auftauchen können – und man lernen kann, sie zu sehen.

Ein wichtiges Element in dieser Phase ist ein Buch: Gabrielle Bernstein und ihr Titel The Universe Has Your Back. Für Isabelle damals sehr spirituell – aber genau richtig, um ein neues Mindset zu verstehen: Ziel setzen, losgehen, und dann aufmerksam werden für Hinweise.


4) Zeichen, Zufälle, selektive Wahrnehmung – und trotzdem Wirkung

Isabelle erzählt dazu eine Szene aus Melbourne: House-Sitting, Dog-Sitting, eine schicke Wohnung, ein Gastgeber, der Speaker zum Thema Resilienz ist – und ein Buch, das wie platziert wirkt: eine Geschichte über jemanden, der aus einem Schicksalsschlag etwas Kraftvolles macht.

Sie benennt dabei selbst kritisch das Stichwort selektive Wahrnehmung: Wenn wir den Fokus auf ein Thema richten, sehen wir es überall. Und trotzdem bleibt die Wirkung real – weil Aufmerksamkeit Richtung gibt. Und Richtung macht Handlung möglich.

Was daraus entsteht, ist bei Isabelle nicht einfach „Spiritualität“, sondern etwas sehr Greifbares:

  • das Kennenlernen des Konzepts Resilienz
  • das Aufarbeiten ihrer Vergangenheit (besonders der Verlust der Mutter)
  • das Schreiben (intensiv, chronologisch, täglich)
  • und daraus später: Coaching-Arbeit und ein beruflicher Weg, der vorher nicht sichtbar war

Ein starkes Detail: Sie beschreibt körperliche Symptome – einen massiven „Kloß im Hals“ – der sich erst besserte, als sie Trauer und alte Emotionen bearbeitet hat. Der Körper als Signalgeber. Und das Lernen, wieder hinzuhören.


5) Johns zweiter Wendepunkt: Von München auf die Philippinen

John bringt anschließend seinen „Historiker“-Moment – und der ist radikal: Silvester 2012 wird für ihn zum inneren Startschuss, nach dem Studium in das Land seiner Mutter zu gehen: auf die Philippinen.

Was daran so prägend ist: Es war nicht komplett rational. Eher Intuition, Identität, Sinnsuche – und ein Vertrauen, das er teilweise aus dem Reisen gelernt hat:

  • Du brauchst weniger, als du glaubst.
  • Du triffst überall Menschen, die helfen und inspirieren.
  • Und die „Fallhöhe“ ist oft kleiner, als sich der Kopf ausmalt.

John beschreibt sehr klar, dass ihn das Leben vor Ort auch Demut gelehrt hat: Wenn Menschen mit sehr wenig auskommen, wird die Frage „Was brauche ich wirklich?“ plötzlich konkret.


6) Vorbilder und innere Erlaubnis: „Andere machen es schon“

Isabelle stellt die entscheidende Frage: Woher kommt Mut? Braucht es Vorbilder?

John nennt keine einzelne Person, aber konkrete Bilder: frühe digitale Nomaden, Reiseblogger – und eine Szene aus Siargao Island, wo er jemanden am Strand online arbeiten sieht: Surfen, arbeiten, leben.

Isabelle ergänzt das aus ihrer Perspektive:
Man muss nicht wissen, ob es klappt. Man kann auch pilotieren. Ein Jahr probieren. Ein Projekt starten. Eine Ausbildung „just for fun“. Hauptsache: Der Horizont wird größer, weil man sieht: Es ist möglich.


7) Isabelles zweiter großer Moment: Der erste Tag der Mentaltrainer-Ausbildung

Ein Moment, der vielen vertraut vorkommen dürfte: Du meldest dich für etwas an – ohne zu wissen, ob es „das Richtige“ ist. Und dann passiert am ersten Tag etwas Körperliches: eine Ganzkörper-Ja-Erfahrung. Kein Zweifel mehr.

Bei Isabelle wird daraus eine wichtige Lebensregel:
Neugierig bleiben. Dinge ausprobieren. Der Freude folgen.
„Follow the joy“ ist nicht kitschig – es ist ein Navigationssystem.


8) Johns dritter Wendepunkt: Kündigung, Unternehmertum, Wachstum

John knüpft das an einen Satz, den er bei Richard Branson immer wieder sieht: Es sollte Spaß machen.
Dieses Prinzip wird für ihn ein Auslöser, den gut bezahlten Job in Melbourne zu verlassen – nachdem er parallel bereits am eigenen Unternehmen gebaut hat. Irgendwann wird aus „nebenher“ ein „Jetzt muss ich wählen“.

Neun Jahre später steht er nicht mehr in einer Festanstellung, sondern führt (mit seiner Frau und seinem Bruder) ein wachsendes Team – rund 50 Menschen. Nicht als linearer Erfolgsfilm, sondern als tägliche Entscheidung für diese Form von Leben.

Und hier fällt einer der klarsten Sätze der Folge:
Wenn du den Impuls schon lange hast, kann eine Entscheidung der nächste sinnvolle Schritt sein.


9) Isabelles Kündigungsmoment: Ein Nein, das ein Ja freilegt

Isabelle erzählt, wie sie „nur“ auf 80% reduzieren wollte, um ihr Buchprojekt weiterzuführen. Erst wirkt es möglich – dann kommt ein klares Nein von außen.

Und genau dieses Nein wird zum Katalysator:
Wenn diese Tür zugeht, ist das vielleicht kein Rückschlag – sondern das Signal, dass etwas Größeres ansteht. Innerhalb weniger Wochen fällt die Entscheidung zur Kündigung.

Sie sagt auch offen: Ohne dieses Nein hätte sie vermutlich noch Jahre „ausgehalten“.
Manchmal braucht Mut einen Auslöser. Manchmal kommt er in Form von Widerstand.


10) Einladung am Ende: „Gedankenraum privat“

Zum Schluss entsteht live eine Idee: Vielleicht gibt es Menschen da draußen, die gerade in einer Umbruchphase stecken und eine zweite oder dritte Meinung brauchen. John und Isabelle schlagen ein unverbindliches Gespräch vor – eine Art „Discovery zum zukünftigen Ich“. Isabelle nennt es spielerisch: Gedankenraum privat. Du kannst Details dazu auf der Homepage finden.


Takeaways: Was du aus der Folge mitnehmen kannst

  1. Ein Moment startet – Gewohnheit trägt. Veränderung braucht beides.
  2. Energie kommt oft durch Bewegung, nicht vor Bewegung.
  3. Vertrauen ist eine Entscheidung, kein Gefühl. (Und kann trainiert werden.)
  4. Piloten statt perfektionieren: Probier’s im Kleinen, bevor du’s im Großen „wissen“ musst.
  5. Ein Nein kann ein verstecktes Ja sein. Widerstand klärt manchmal den Weg.
  6. Das Eigene ist oft schon da. Es geht eher ums Neu-Kombinieren als ums Erfinden.