In dieser Episode reflektieren Isabelle und John über das vergangene Jahr und die Bedeutung des Jahreswechsels. Sie diskutieren persönliche Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolge, während sie auch über die Wichtigkeit von Reflexion und Zielsetzung sprechen. Die beiden teilen wertvolle Fragen und Ansätze, um das neue Jahr bewusst zu gestalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

„Zwischen den Jahren“ ist diese seltene Pause, in der plötzlich wieder Raum entsteht: weniger Tempo, weniger Verpflichtungen, mehr Klarheit. In der Jahreswechsel-Folge vom Gedankenraum sprechen Isabelle Müller-Pál und John Rüth darüber, warum genau diese Tage ideal sind, um das vergangene Jahr bewusst abzuschließen – und 2026 greifbar zu machen.

Warum „zwischen den Jahren“ so wertvoll ist

Isabelle beschreibt Weihnachten nicht als religiösen Pflichttermin, sondern als gesellschaftliche Erlaubnis, einmal durchzuatmen: Stift fallen lassen, runterkommen, reflektieren. Genau das macht den Jahreswechsel so besonders: Er ist wie ein kurzer „Puffer“ zwischen zwei Kapiteln.

John bestätigt das aus seiner Perspektive: Gerade diese Zeit eignet sich, um neu zu „eichen“ – und wieder klarer zu sehen, was wichtig ist.


Johns Jahresende: Alte Tagebücher, neue Erkenntnisse

John findet alte Tagebücher wieder und liest sich durch zwei ganze Bücher aus seiner Vergangenheit (Ende Teenagerzeit, Anfang 20). Was ihn dabei überrascht: Er erkennt deutliche Muster, die früher stark präsent waren:

  • Selbstunsicherheit
  • Prokrastination
  • Ziellosigkeit / Antriebslosigkeit
  • kein Sport

Sein Fazit ist dabei bemerkenswert: Er bewertet die Vergangenheit nicht hart, sondern stellt fest, dass es ihm heute vergleichsweise wirklich gut geht. Gleichzeitig entsteht eine spannende Frage, die viele kennen: Welche Momente und Schritte haben echte Veränderung möglich gemacht? Manchmal ist Wachstum sichtbar, bevor es vollständig erklärbar ist.

Weihnachten auf den Philippinen: Tropen, Tradition und Geschichte

John verbringt Weihnachten auf den Philippines – dort ist „Christmas Season“ gefühlt schon seit August. Jingle Bells bei 30 Grad, Familienbuffet im Hotel statt Winter-Idylle.

Im Gespräch streift John außerdem den historischen Hintergrund der katholischen Prägung, Cebu und die Basilika Basilica Minore del Santo Niño sowie das Sinulog Festival. Und er positioniert sich ehrlich: christlich ja – aber nicht streng-katholisch im Sinne von Ritualen und Wunderglauben.

Der mentale Reset: 5 Schritte für deinen Jahresabschluss

Isabelle bringt ein strukturiertes Set an Fragen mit, das sie als „mentalen Reset“ geteilt hat. Die Fragen sind in fünf Schritte gegliedert – und genau diese Struktur macht den Unterschied, wenn man sonst nur „irgendwie“ reflektiert:

1) Vergangenes reflektieren

Was hast du über dich gelernt? Was hat dich wachsen lassen?

2) Verborgene Schätze erkennen

Wo war Freude? Wo warst du „du selbst“?

3) Loslassen, was zurückhält

Welche Gewohnheiten, Aufgaben, Strukturen passen nicht mehr?

4) Das neue Jahr greifbar machen

Wie fühlt sich 2026 an – in wenigen Worten?

5) Erste Schritte planen

Was wirst du ab Januar regelmäßig tun – ganz konkret?

Ein wichtiger Tipp von Isabelle: Nicht alles in einem Rutsch beantworten. Fragen wirken nach. Einmal durchlesen, sacken lassen, ein paar Nächte drüber schlafen – und später nochmal draufschauen.


Johns Learning 2025: Fokus ist ein Prozess (und Delegieren der Schlüssel)

Auf die Reflexionsfrage „Was hast du in diesem Jahr über dich gelernt?“ antwortet John mit einem Satz, der viele Unternehmer:innen trifft:

„Ich kann nicht mehr auf allen Hochzeiten tanzen.“

Sein Learning: Mehr Fokus, weniger Kontextwechsel, weniger Transferverluste. Er liest dazu Essentialism und streift Atomic Habits – und beschreibt den Alltag sehr treffend: Viele Projekte klingen nach Fortschritt, kosten aber Energie, weil man ständig umschaltet.

Daraus folgt für ihn ganz praktisch:

  • weniger Kleinkram
  • nicht in jedem Call sein
  • nicht jede Kampagne selbst machen
  • mehr Verantwortung im Team aufbauen

Isabelle spiegelt das zurück: Fokus heißt auch Nein sagen, um zu anderem Ja sagen zu können.


Ein Symbol für mentale Überlastung: „Zu viele Tabs offen“

Der humorvolle Moment der Folge trifft einen wahren Kern: John hat (laut Isabelle) regelmäßig extrem viele Browser-Tabs offen – sinnbildlich für „zu viele offene Schleifen“ im Kopf.

John sagt offen: Genau das will er 2026 verändern. Nicht als Perfektionsprojekt, sondern als Entlastung: weniger Ablenkung, mehr Klarheit.


Isabelles Highlights 2025: Tanzen, Flow und echte Coaching-Erfolge

Bei der Frage „In welchen Momenten warst du am meisten du selbst?“ nennt Isabelle zwei Antworten:

1) Tanzen – besonders im Format Ecstatic Dance

Kein Alkohol, meist kein Sprechen, oft barfuß – und vor allem: zu „normalen“ Uhrzeiten. Für Isabelle ist das eine Möglichkeit, Lebensfreude und Körpergefühl zu erleben, ohne die klassischen Nachtleben-Kompromisse.

2) Erfolgsmomente im Coaching

Wenn sie sieht, dass ihre Arbeit wirkt, dass Menschen echte Schritte gehen und Veränderung entsteht, ist das für sie maximal erfüllend. Sie nennt das nicht als neues Ziel, sondern als etwas, das sie bewahren will: Genau so arbeiten zu können, dass es sie erfüllt.

John knüpft daran an: Auch für ihn sind es besondere Momente, wenn Menschen sagen, dass er sie inspiriert hat – und er möchte diese Wirkung im neuen Jahr weiter stärken.


Loslassen 2026: Meetings, die nichts bringen – und Strukturen, die Fokus ermöglichen

John formuliert sein Loslassen sehr konkret: weniger unnötige Meetings, weniger „Meeting-Verluste“, mehr Ergebnisorientierung. Gleichzeitig bleibt ihm Beziehung wichtig: Verbindung entsteht nicht nur in To-do-Listen.

Isabelle bringt dazu eine spannende Praxis aus einem modernen Unternehmen ein: Meetings mit einem kurzen Check-in („Wie bin ich gerade da?“) starten und mit einem Check-out beenden. Das entlastet, klärt und verbessert die Zusammenarbeit.

John ergänzt eine Idee, die perfekt zum Podcast passt: Ein regelmäßiger Team-Tag, an dem man nicht operativ „im Business“, sondern strategisch am Business arbeitet – ein echter Gedankenraum für Ideen, Meta-Ebene und Weiterentwicklung.


2026 in drei Worten: Liebe, Freiheit, Erfolg

Auf die Frage „2026 in drei Worten“ antwortet Isabelle sofort:

Liebe. Freiheit. Erfolg.

Kurz, klar, kraftvoll. Und ein Reminder: Man darf große Leitworte wählen – ohne sofort einen riesigen Plan zu haben.


Johns erster Schritt ab Januar: Odoo lernen und zertifizieren

Bei „Erste Schritte planen“ wird John sehr konkret: Er will sich intensiver mit Odoo beschäftigen (ERP/CRM, Prozesse sichtbar machen) und die Odoo Certification angehen.

Für ihn ist das nicht nur Technik: Es passt zu seinem Interesse, Unternehmen systemisch zu verstehen, zu vereinfachen und kosteneffektiv zu digitalisieren.


Der wichtigste Jahreswechsel-Gedanke: Dankbarkeit und Ziele schließen sich nicht aus

Zum Schluss landet die Folge bei einem Punkt, der sich wie ein Gegengewicht zur Hustle-Kultur anfühlt:

  • Dankbar sein für das, was schon da ist
  • und gleichzeitig Ziele setzen und gestalten

Isabelle bringt es auf den Punkt: Nur Ziele → Dauer-Hustle. Nur Dankbarkeit → manchmal Stillstand. Die Balance macht’s.


Mini-Übung: 3 Reflexionsfragen für deinen Jahreswechsel

Wenn du dir heute nur 10 Minuten nehmen willst, nimm diese drei Fragen mit:

  1. Was war 2025 dein größtes „Tab-zu-viel“? (Projekt, Verpflichtung, Ablenkung)
  2. Wo fühlst du dich am meisten wie du selbst? (Ort, Aktivität, Menschen)
  3. Welches Nein macht 2026 dein wichtigstes Ja möglich?